73 Niedergeschlagenheit und Depression in der Psychotherapie

Niedergeschlagenheit und Depression sind zwei bedeutungsverandte Begriffe. In der modernen Psychologie spricht man weniger von Niedergeschlagenheit. Man spricht eher von depressive Verstimmung. Was der Volksmund als Niedergeschlagenheit bezeichnet, wird in der Psychologie als depressive Verstimmung diagnostiziert. Der Ausdruck Niedergeschlagenheit hat aber seine Vorteile: er ist weniger beurteilend wie der Ausdruck „Verstimmung“. Er drückt auch mehr das Vorübergehende aus. Man ist erst mal „niedergeschlagen“ worden, wird aber bald wieder aufstehen. Auch der Begriff Burnout wird heute häufig dafür gebraucht, was früher als Niedergeschlagenheit bezeichnet wurde. Überhaupt gibt es heute eine Neigung, schnell einen Zustand als behandlungsbedürfte Depression bzw. Burnout zu bezeichnen, was eigentlich eher eine natürliche Stimmungsschwankung ist. Worte haben eine eigene Kraft. Wenn man sich einfach nur als niedergeschlagen erlebt, weiß man: Das geht vorüber. Wer aber gleich überlegt, bin ich schon im Burnout, der wird in sich immer mehr Symptome für Burnout entdecken – und so kann Burnout zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Moderne Psychologie bzw. Psychotherapie will Menschen durch Therapie helfen. Damit jemand sich in Therapie begibt bzw. Krankenkassen dafür bezahlen, muss etwas als Krankheit bzw. der Mensch als Patient, als Kranker, diagnostiziert werden. Als Betroffener ist es oft gut, sich erst mal zu fragen: Bin ich vielleicht einfach nur vorübergehend niedergeschlagen? Habe ich vielleicht gute Gründe, niedergeschlagen zu sein? Und werde ich dann vielleicht einfach von selbst dort rauswachsen? Erfahre hier in diesem Podcast einiges auch zum Thema Abgrenzung Niedergeschlagenheit und Depression. Auf https://wiki.yoga-vidya.de/Niedergeschlagenheit findest du einen umfangreichen Artikel zum Thema Niedergeschlagenheit. Dies ist die 73. Folge des Depression-Podcast. Dies ist die zweite Folge einer Reihe zum Thema Niedergeschlagenheit. Mehr Tipps zum Umgang mit Depressionen auf https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie/einsatzbereiche/beschwerdebilder/depression.html . Die schnellste und effektivste Weise aus Niedergeschlagenheit ist Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html .

95 Coolness

Heute geht es um Coolness. Das mag erst mal erstaunen, denn Sukadev, Autor dieser Podcastreihe, gebraucht normalerweise den Ausdruck Coolness weniger – er stammt noch aus der Generation, die den Ausdruck Cool und Coolness in ihrer Jugendzeit nicht verwendet hat. Der Ausdruck Coolness ist aber ein auch von der Psychologie her interessanter Ausdruck. Coolness stammt vom Englischen kühl, man findet etwas Ähnliches ja in der Redensart „einen kühlen Kopf bewahren“. Erfahre hier etwas mehr über den Ursprung des Begriffs Coolness aus der amerikanischen Sklaverei, dann aus der Beat-Bewegung der 1950er Jahre, schließlich als Gegenbewegung zu den Aufgeregtheiten, den großen Gefühlen der 1960er und 1970er Jahren, als es ganz uncool gewesen wäre, cool zu sein. Dies ist die 95. Ausgabe des Yoga Psychologie Podcasts von und mit Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. Dies ist die erste Folge einer Reihe zum Thema Coolness, irgendwie auch die 7. Folge zum Thema Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness. https://wiki.yoga-vidya.de/Coolness . Mehr Infos zu Yoga Psychologie https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html. Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html.

Mitgefühl Podcast

Ein Podcast über das Thema Mitgefühl. Erfahre einiges über Mitgefühl in diesem Kurzvortrag.

Sukadev spricht hier über dieses Thema vom Yogastandpunkt aus. Yoga kann helfen, über Angst und Depression hinauszuwachsen.

Ähnliche Gegenstände sind z.B. Mitgefühl, Mitleid, Modernität, Mondstein, Miteinander, Hypersensibilität, Beschränktheit.

75 Liebe – Der Ruf der Stunde

Liebe ist der Ruf der Stunde: Die Welt schreit nach Liebe. Du selbst schreist nach Liebe. Jeder will geliebt werden, jeder will lieben. Leider verhalten sich Menschen so, dass sie andere kränken, dass sie sich schnell gekränkt fühlen. Das führt zu einem Kreislauf von Kränkung und Gegenkränkung. Im unteren Text ermutigt uns Swami Sivananda, aus dem Kreislauf von Kränkung und Furcht auszubrechen, Liebe zu geben und Liebe hinter allem zu sehen. Hier der Text, den du wiederum ganz auf dich wirken lassen kannst und über den du dann meditieren kannst. Swami Sivananda schreibt: „Kränkung schafft Kränkung. Liebe zeugt Liebe. Furcht schafft Furcht. Das ist ein wichtiges psychologische Gesetz. Es ist das natürliche Recht der Liebe, der Kraft Gottes, auf dieser Erde vorzuherrschen und alle Kräfte der Angst, des Grolls und der Gewalt zu überwältigen. In der Liebe liegt die Rettung aller Wesen. Liebe ist die Hoffnung dieser dunklen und einsamen Welt. Diese Welt braucht engagierte Menschen, die erfüllt sind mit Wohlwollen, dem Geist der Zusammenarbeit, Liebe, Opferbereitschaft, Mitgefühl und Toleranz. In der Pflege dieser kosmischen Liebe liegt der individuelle spirituelle Fortschritt, das Wohlergehen der Gemeinschaft und der Friede der ganzen Welt. Mach Dich daher ans Werk und verbreite diese Botschaft der kosmischen Liebe in der ganzen Welt. in jedes Haus. Verbreite die Botschaft der Liebe, der Einheit, des Wohlwollens, des Dienens, des Opfers, der Zusammenarbeit und des Mitgefühls. Möge die spirituelle Botschaft der Einheit und des Göttlichen aufrufen zu Einheit, Freundschaft, freundschaftlicher Zusammenarbeit, möge sie die Herzen aller erreichen und Liebe und Geschisterlichkeit im Busen der Menschheit erwecken. Möge die ganze Welt von einem liebevollen Herz umgeben sein“. Denke nach über diesen Text. Meditiere darüber. Und überlege, wie du in diesem Sinne handeln kannst. Du findest den vollen Text auch auf https://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Und was ist Liebe überhaupt? Was kann man unter Liebe verstehen? Dazu lies den Artikel https://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe.

Überschwänglichkeit Lexikon der Tugenden Podcast

Ein inspirierender Podcast über das Thema Überschwänglichkeit Lexikon der Tugenden. Erfahre einiges zum Thema Überschwänglichkeit in diesem Audiovortrag.

Sukadev, Leiter vom Yoga Vidya e.V., spricht hier über das Thema aus dem Geist des Humanismus und des ganzheitlichen Yoga. Weisheit und Gelassenheit sind dabei oft hilfreich.

Verwandte Themen sind z.B. Überspannung, Überstürzung, Überwindung, Überzeugtheit, Überschätzung, Überlegenheitsgefühl.

94 Ruhe bewahren

Ruhe bewahren – das ist in vielen Situationen ein guter Ratschlag. Instinktive, emotionale Reaktion ist oft in unserer komplexen Lebensweise nicht angemessen. Es gilt, Ruhe zu bewahren, wenn man sich über etwas aufregt. Es gilt Ruhe zu bewahren, wenn Situationen bedrohlich werden. Hier in dieser Hörsendung bekommst du einige Tipps wie du Ruhe bewahren kannst. Dazu gehören eine einfache Atemübung, Körperhaltung, Gebet, Mantra und Bewusstheit der Unendlichkeit. Diese Tipps findest du auch unter https://wiki.yoga-vidya.de/Ruhe_bewahren. Ruhe bewahren, Contenance wahren, sind ähnliche Begriffe. Es hilft, sich mit den verschiedenen Aspekten von Gelassenheit, von Ruhe, von Contenance und Coolness auseinander zu setzen. Yoga ist Freiheit. Yoga heißt, sich von instinktiven automatisierten Mechanismen lösen zu können – aber auch keinem Zwang zur Aufrechterhaltung einer Fassade zu folgen. Dies ist die 94. Ausgabe des Yoga Psychologie Podcasts von und mit Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. Dies ist die sechste Folge einer Reihe zum Thema Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness. Mehr Infos zu Yoga Psychologie https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html. Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html.

93 Contenance, Coolness und Gelassenheit versus Authentizität, Emotionalität und Selbstausdruck

Heute geht es um Contenance, Selbstbeherrschung in Psychologie, Spiritualität und Yoga. Das letzte Mal hat Sukadev geendet, indem er über die Psychologie und Psychotherapie sprach. Ideal und Ziel der Psychologie und Psychotherapie ist auch die Befähigung, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, Emotionen nicht hilflos ausgeliefert zu werden. Hier kann man zwei Richtungen unterscheiden: Diejenigen, die auf Kognitionen, Verstehen, bewusstem Steuern beruhen. Und diejenigen, die über Herausholen von Gefühlen, Aktivierung von Emotionen, Auflösen von emotionalen Blockaden, Befreiung von steckengebliebenen Emotionen beruhen. Kognitive Verhaltenstherapie beruht meist auf ersterem, Psychoanalyse, Gestalttherapie, die meisten Richtungen der humanistischen Psychologie auf letzterem. Wie ist das in der Spiritualität und Religion? Auch in Religion und Spiritualität spielt diese Polarität eine wichtige Rolle. Zum einen geht es darum, Gott zu erfahren, zu erleben. Die Grundlage der Religion ist die religiöse Erfahrung, wie William James, der amerikanische Psychologie schon vor über 100 Jahren erkannt hat. Und religiöse Erfahrung, spirituelle Erfahrung, mystische Erfahrung ist die intensivste Erfahrung, derer ein Mensch fähig ist. Andererseits betonen die meisten Religionen und spirituellen Richtungen die Fähigkeit zur Selbstbeherrschung. Auch auf dem religiösen Gebiet gibt es die apollinischen und die dionysischen Richtungen. Im Christentum gibt es die Erweckungsbewegungen, die Born-Again-Christians, in der indischen Tradition die extremen Bhakti-Bewegungen und manche Tantra-Bewegung, in vielen schamanischen Traditionen gibt es das Rauschhafte, viele religiöse Feste bauen auf kollektiver Emotionalität auf und nutzen dafür intensive Reize durch Musik, Farben, Gerüche, Tanzen etc. Die Gefahr ist natürlich, dass solche Exzesse in Fanatismus resultieren, dass Emotionalismus mit Spiritualität verwechselt wird und das Schwelgen in Gefühlen und Gemeinschaftsgefühlen die Gottverwirklichung ersetzt. Auf der anderen Seite stehen spirituelle Richtungen, die Wert auf Selbstbeherrschung legen wie Meister Eckhart, Puritanismus, Raja Yoga und Jnana Yoga. Hier besteht die Gefahr der Unterdrückung der Emotionen, einer oberflächlichen Vernunft-Religion, die innerlich hohl bleibt. Der ganzheitliche Yoga ist eher ein Sowohl-als-auch, weniger ein Entweder-oder. Yoga will zu intensivem Erleben, zur Erfahrung des Göttlichen führen. Dazu gehört auch das Ermöglichen tiefer spiritueller Erlebnisse, Geschick im Handeln, Kultivieren von Mitgefühl, intensiver Liebe zu Natur, Geschöpfen, Mitmenschen und Gott. Dazu gehören spirituelle Praktiken wie Musik, Tanz, ekstatischem Mantra-Singen. Dazu gehören intensive Erfahrungen im Kundalini Yoga. Das wird aber ergänzt durch Techniken für die Befreiung von automatisierten emotionsgesteuerten Reiz-Reaktions-Mechanismen, durch Übungen zur Selbstbeherrschung, Gelassenheit, ja und auch äußerer Contenance um andere nicht zu verletzen und um langfristig das Gute zu bewirken. Auch ein spiritueller Mensch will langfristig etwas bewirken, nämlich Gottverwirklichung, Verbesserung der Welt, Verringerung von Leiden. Dazu muss er zum einen in der Lage sein, die Energie der Emotionen zu spüren. Andererseits muss er sich langfristig denken können. Auch auf dem spirituellen Weg gibt es Höhen und Tiefen. Beständig und gelassen weiter zu gegehen, das ist für langfristige spirituelle Entwicklung entscheidend. Dies ist die 93. Ausgabe des Yoga Psychologie Podcasts von und mit Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. Dies ist die fünfte Folge einer Reihe zum Thema Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness. Mehr Infos zu Yoga Psychologie https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html. Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html. Informationen über Leben in einer Yoga Vidya Gemeinschaft https://www.yoga-vidya.de/gemeinschaft.html

73-Enwickle-Kosmische-Liebe

Es gibt individuelle Liebe und Kosmische Liebe, allumfassende Liebe https://wiki.yoga-vidya.de/Kosmische_Liebe. Es ist gut, einzelne Menschen zu lieben. Es ist wichtig, zu den Menschen, mit denen du zu tun hast, Liebe zu empfinden. Aber Liebe ist mehr als nur ein Gefühl zu ein paar Menschen. Swami Sivananda schreibt in seinen Werken immer wieder von der kosmischen Liebe, auf Sanskrit Vishwa Prema genannt. Das bedeutet insbesondere auch tätige Nächstenliebe. Wie ja auch Jesus gesagt hat: Was du getan hast den geringsten unter deinen Brüdern Schwestern, das hast du mir getan. Swami Sivananda schreibt im Buch Göttliche Erkenntnis: Verehre die Armen, Unterdrückten und Bedrängten. Sie sind Deine Götter. Sie sind Deine ersten Götter. Liebe alle. Du wirst mehr Nutzen daraus haben, als aus einer Million Yajnas, Opfern (Ritualen), Gottesdienstbesuchen und Askeseübungen. Sieh das Glück Deines Nächsten als Dein eigenes Glück und sieh den Schmerz Deines Nächsten als Deinen eigenen Schmerz. Die Menschheit ist eins. Gott ist eins. Liebe ist eins. Das Gesetz ist eins. Die Verwirklichung ist eins. Wir alle sind Früchte des einen Baumes und Blätter des einen Zweiges. Es gibt in dieser Welt keine Fremden oder Unbekannten. Jeder ist Gott, der in Entwicklung begriffen ist. Fühle Dich eins mit allem Lebendigen. Lebe friedlich mit Freund und Feind. Alle Menschen sind Glieder des einen Körpers. Die ganze Schöpfung ist die Familie Gottes. Liebe Gottes gesamte Schöpfung. Liebe auch das Blatt eines Baumes; liebe die Tiere; liebe die Vögel; liebe die Pflanzen; liebe alles. Das ist der Weg, um das Geheimnis zu erkennen, das allem zugrunde liegt. Du findest den vollen Text auch auf https://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Natürlich ist alles auch eine Frage der Definition. Was ist Liebe überhaupt? Über die Definition von Liebe erfahre einiges auf https://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe.

Wutanfälle vermeiden Podcast

Eine Abhandlung zum Themenkreis Wutanfälle vermeiden. Erfahre einiges über Wutanfälle in diesem Audiovortrag.

Der Yogalehrer Sukadev interpretiert hier vom Yogastandpunkt aus. Yoga kann helfen, über Angst und Depression hinauszuwachsen.

Verwandte Themen sind z.B. Wüterei, Verzweiflung, Zaghaftigkeit, Zeitverschwendung, Wut, Wucher, Wortkargheit.

Aufgeregtheit erwünsch oder unerwünscht Podcast

Vortrag mit Inhalt Aufgeregtheit erwünsch oder unerwünscht. Erfahre einiges über Aufgeregtheit in diesem Vortragsaudio.

Der Yogalehrer Sukadev behandelt das Thema vom Yogastandpunkt aus. Yoga kann helfen, über Angst und Depression hinauszuwachsen.

Ähnliche Themen sind z.B. , Auflauern, Aufstand, Aufgebrachtheit, Aufbrausen, Auf Wiedersehen.

92 Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness als Ideal im 20. Jahrhundert

Contenance versus Ausdrucksstärke, Selbstbeherrschung versus Authentizität, Coolness versus Begeisterung und gerechtem Zorn, das sind Pole, die seit Alters her gelten, und die bis heute nachwirken. Die Aufklärung, die daraus resultierende Bürgerliche Mittel, der Liberalismus, all diese propagierten die Herrschaft der Vernunft, und hier war und ist Contenance ein wichtiges Ideal. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die aus intensivem Gefühl handeln wollen. Das kann zu Revolutionen und Bürgerkriegen führen. Das kann zu Rechtsradikalismus und Nationalsozialismus führen. Das kann auch zu intensiv erleben wollender Naturspiritualität und Mystik führen. Emotionalität bewegt. Wenn aber Revolutionen hauptsächlich auf der Emotionalisierung der Massen beruht, führt das häufig zu Gewaltexzessen. Wenn Revolutionen Emotionalisierung mit Vernunft und Gewaltlosigkeit verbinden, können sie erfolgreich sein, wie z.B. der Fall der Mauer 1989. Sukadev spricht in diesem Podcast über weitere gesellschaftliche Bewegungen, die auf unterschiedliche Weise in dieser Polarität Vernunft, Contenance, Selbstbeherrschung versus Emotionalität, Authentizität, Rausch stehen. Es ist hilfreich, sich auch mit dieser übergeordneten Perspektive zu beschäftigen. Letztlich gilt auch der Kant-Satz, der Kategorische Imperativ: Verhalte dich stets so, dass die Maxime deines Handelns zur Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung werden kann. Sukadev spricht dabei auch über die Psychologie und Psychotherapie, bei der Selbststeuerung ja auch eine große Rolle spielt. Mehr zum Thema Contenance auf https://wiki.yoga-vidya.de/Contenance und auf https://wiki.yoga-vidya.de/Contenance_wahren. Dies ist die 92. Ausgabe des Yoga Psychologie Podcasts von und mit Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. Dies ist jetzt schon die vierte Folge einer Reihe zum Thema Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness. Mehr Infos zu Yoga Psychologie https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html . Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html. Informationen über Leben in einer Yoga Vidya Gemeinschaft https://www.yoga-vidya.de/gemeinschaft.html

Überreaktionen vermeiden Gelassenheit üben Podcast

Kurzer Abhandlung mit Inhalt Überreaktionen vermeiden Gelassenheit üben. Einige einfache und komplexe Informationen zum Thema Überreaktionen in diesem kurzen Vortrag.

Sukadev, Leiter vom Yoga Vidya e.V., behandelt hier dieses Thema und streut einige Yoga Überlegungen mit ein. Um Yoga besser zu verstehen, kannst du ja auch überlegen, mal Yoga Ferien zu machen, vielleicht in einem Yoga Vidya Seminarhaus.

Verwandte Themen sind z.B. Überreizung, Überschwang, angst, Übermut, Übergenauigkeit, Überempfindlichkeit.

72 Dienen ist der Ausdruck der Liebe

Liebe will und muss sich ausdrücken. Wer Liebe empfindet, will etwas geben. Und um Liebe spüren zu können, ist uneigennütziges Dienen wichtig. Überlege selbst, was du tun kannst, um andere glücklich zu machen, Leidenden zu helfen. Darüber schreibt Swami Sivananda in folgenden Sätzen aus dem Buch Göttliche Erkenntnis, Kapitel Liebe: Liebe schwingt in Form von Dienst, Barmherzigkeit, Großzügigkeit und Wohlwollen. Daya, Geben, ist aktives Wohlwollen. Es ist der aktive Ausdruck der Liebe. Ahimsa (Nichtverletzen) ist der passive Ausdruck der Liebe. Passive Güte allein genügt nicht. Aktive, positive Güte ist überaus notwendig, um spirituelle Fortschritte zu machen. Verwurzele den Geist des Dienens tief in Dir. Lass den Geist des Dienens zu deiner zweiten Natur werden. Stelle ehrenamtliches Engagement nicht einfach nur zur Schau. Verbinde Dienen mit Liebe. Engagement ist hohl, wenn darin keine Liebe, Zuneigung, Aufrichtigkeit und Bhava, tiefes Gefühl, ist. Wenn Du mit Bhava und Liebe dienst, steht Gott hinter dir. Die großen spirituellen Meister Sankara, Buddha, Jesus und Mohammed dienten. Diene, liebe, gib. Wer sich an diese Anweisungen hält, kann schwere Zeiten und harte Tage ertragen, da er vom himmlischem Licht erleuchtet wird. Bemühe Dich, andere glücklich zu machen, und Du wirst selbst glücklich sein. Sprich ein aufmunterndes Wort. Lächle freundlich. Tue etwas Gutes. Diene ein wenig. Trockne die Tränen eines Verzweifelten. Ebne einem Menschen einen steinigen Weg. Du wirst große Freude empfinden. Du findest den vollen Text auch auf https://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Natürlich ist alles auch eine Frage der Definition. Was ist Liebe überhaupt? Über die Definition von Liebe erfahre einiges auf https://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe

91 Contenance bewahren – Aufklärung versus Romantik im 18./19 Jahrhundert

Wie Contenance angesehen wird, das hat sich im Lauf der Ideengeschichte immer wieder verändert. Im letzten Podcast hat Sukadev ja gesprochen über Antike, Mittelalter und frühe Neuzeit. Es hilft, seinen Horizont immer wieder zu erweitern. Die Fragen, vor denen wir heute stehen, haben auch schon Menschen früherer Zeiten beschäftigt. Und auch das was die Yogis sagen und gesagt haben, kann man im Kontext der Ideengeschichte sehen. In diesem Podcast geht Sukadev auf die Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts ein. Aufklärung und Romantik sind da zwei Epochen, die von besonderer Wichtigkeit sind, und die letztlich bis heute alle philosophischen Richtungen prägen. Die Aufklärung, eine wichtige Philosophierichtung vom 16. bis frühen 19. Jahrhundert, verherrlichte das Ideal der Vernunft. Aufklärung ist der Ausbruch des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, formulierte Kant. Sapere Aude, wage zu wissen, war das Ideal. Im Zuge der Aufklärung wurde mit mancherlei Aberglaube aufgeräumt, mit der Tradition gebrochen, die Macht von Kirche und Adel relativiert. Viele der Aufklärer sahen die menschlichen Emotionen als bedrohlich an, postulierten, dass der Mensch von Natur aus eine Bestie sei, deren Aggressivität alles Zusammenleben unmöglich machen kann. Die Triebe müssen durch die Vernunft beherrscht werden, Erziehung hat das Ideal der Selbstbeherrschung. Und der Staat muss dafür sorgen, dass die Emotionalität derer, die nicht in der Erziehung die Herrschaft der Vernunft gelernt haben, in Zaum gehalten wird. Die Romantik, entstanden in den Jahrzehnten vor und nach 1800, dagegen verherrlichte das Ideal des intensiven Erlebens. Die Romantik war letztlich eine Rebellion gegen die Ideale der Aufklärung, also Vorherrschaft der Vernunft, des Materiellen, des Besitzes, des Ideals der Selbstbeherrschung. Romantik war aber auch Rebellion gegen die Tradition, also die Herrschaft von Kirche und Adel. Vernunft wurde als hohl empfunden, der Spießbürger lächerlich gesehen. Sich nur um gesellschaftliche Anerkennung, Mehrung des Besitzes, vornehme Sitten, Bescheidenheit zu kümmern, äußerlich Contenance zu bewahren, innerlich zu kochen oder seine Gefühle abgetötet zu haben, das kam den Romantikern sinnlos vor. Intensives Fühlen und Erleben, das war wichtig. Das Natürliche wurde verherrlicht. Der Mensch ist von Natur aus gut, so sagte es Rousseau. Erziehung sollte diese Natürlichkeit des Menschen fördern und sah den Sinn des Lebens in Gefühl, Natur, Erleben, auch Spiritualität. Aber hier soll jetzt nicht alles beschrieben werden, was in diesem Podcast vorkommt… . Mehr zum Thema Contenance auf https://wiki.yoga-vidya.de/Contenance und auf https://wiki.yoga-vidya.de/Contenance_wahren. Dies ist die 91. Ausgabe des Yoga Psychologie Podcasts von und mit Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. Dies ist die dritte Folge einer Reihe zum Thema Contenance, Selbstbeherrschung und Coolness. Mehr Infos zu Yoga Psychologie https://www.yoga-vidya.de/yoga-psychologie.html . Yoga Urlaub https://www.yoga-vidya.de/seminartipp/yoga-urlaub.html. Informationen über Leben in einer Yoga Vidya Gemeinschaft https://www.yoga-vidya.de/gemeinschaft.html.

71 Reine Liebe und begrenzte Liebe

Heute wieder eine Lesung aus Swami Sivanandas Buch Göttliche Erkenntnis, aus dem Abschnitt Liebe. Heute ein Teil, der vermutlich Anlass zu Kontroversen geben kann. Swami Sivananda lebte in der Liebe zu allen Wesen. Er hatte großes Mitgefühl mit allen, auch mit menschlichen Schwächen. Er meint aber, dass die tiefe Sehnsucht der Seele nach Liebe nicht durch körperliche Liebe, durch egoistische Liebe, befriedigt werden kann. In unterem Abschnitt spricht er darüber, dass die körperliche Liebe begrenzt ist und nicht dauerhaft zufrieden stellen kann. Und er warnt davor, aus der Liebe eine Krämerliebe zu machen, nach dem Motto: Ich liebe dich in dem Maß, in dem ich von dir mehr zurückbekomme als ich von dir bekomme. Im Menschlichen mag es sein, dass es einen gewissen Ausgleich zwischen Geben und Nehmen geben muss. Echte Liebe ist aber bedingungslos. Ich lese also jetzt den Text von Swami Sivananda: „Liebe zu Körper oder Haut ist begrenzte Liebe. Liebe zu Gott ist Prem, Hingabe. Sie ist reine Liebe. Liebe um der Liebe willen. Jemanden zu lieben, um einen selbstsüchtigen Vorteil zu erzielen, ist selbstsüchtige Liebe. Sie bindet Dich an diese Erde. Alle Lebewesen als Manifestationen Gottes zu lieben, ist reine Liebe. Reine Liebe ist göttliche Liebe. Sie führt zur Befreiung. Mancher Mann, manche Frau liebt ihren Partner, seine Partnerin, nicht um des anderen willen, sondern er/sie liebt ihn/sie aus eigensüchtigen Zwecken. Das ist Selbstsucht. Der eine erwartet vom anderen Sinnesfreuden. Wenn Alter oder Krankheit die Schönheit zerstören, endet diese Art der Liebe. Diese Art der Liebe ist letztlich Krämertum: Man liebt den anderen in dem Maße, wie man mehr zurückzubekommen glaubt als man gibt. Bei krämerischer Liebe kann es zwischen den beiden, Liebendem und Geliebter, kein wahres Glück geben. Das ist selbstsüchtige Liebe. Ohne wahre Zuneigung aus tiefem Herzen gibt es kein Element des Opfers. Also kommt es immer zu Streitigkeiten, Kämpfen und Unfrieden im Haus. Es herrscht ein ständiges Tauziehen. Irgendwie machen sie weiter und schleppen sich in einem trost- und freudlosen Leben dahin. Auch Prostituierte zeigen einige Zeit lang ihren Kunden gegenüber eine Überfülle von Liebe, süßes Lächeln und Honigworte, so lange sie Geld von ihnen zu erwarten haben. Kann man das Liebe oder wahres Glück nennen? Käufliche Liebe ist selbstverständlich keine wahre Liebe. Jede irdische Liebe ist hohl, hat Mißtöne, versteckte Zweifel und Mängel. Aber wahre, reine Liebe ist reich, tief, voll und fehlerlos. Sie ist ewig, unveränderlich und unbegrenzt. Selbstsüchtige Leidenschaft sucht Befriedigung durch andere. Aber reine göttliche Liebe versucht, den/die Geliebte(n) glücklich zu machen und schöpft Glück aus dem Glück des anderen. Liebe ist Opfer. Lieben heißt teilen und dienen.“ Du findest diesen Text übrigens auf https://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Natürlich ist alles auch eine Frage der Definition. Was ist Liebe überhaupt? Dazu erfahre einiges auf https://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe

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